Donnerstag, 29. November 2012

Same Same, und doch etwas anders


(von Anja:) In Bangkok angekommen, machen sich heimische Gefühle breit. Land kennenlernen fällt heute mal aus. Da ich jetzt schon zum dritten Mal hier bin, sind die Gebräuche und Gepflogenheiten bekannt. Die gewitzten Thais scheinen sich auf andere Touris zu stürzen, jene, die nicht so zielstrebig die Straßen langlaufen.
Was hab ich mich auf das thailändische Essen gefreut – besonders nach dem wabbeligen Hongkongfood. Kaum in der Khaosan Road (der Straße schlechthin für Rucksacktouristen) angekommen, gibt’s daher gleich ein Padthai, viel frisches Obst (vor allem Mangos) und das ein oder andere Curry. Das gab`s schon sehr lange nicht, außerdem lässt mich nichts lieber schwitzen als ein ordentliches Thai Curry.








Alles ist so vertraut und doch irgendwie anders. So haben sich in den letzten 2 Jahren doch tatsächlich die bekannten Fast-Food-Ketten eingenistet. Auch insgesamt wirkt es aufgeräumter und die Polizei scheint hier den Sextourismus und die Duplikatenmafia zumindest vordergründig etwas unter den Teppich zu kehren. So schrecken 2-3mal am Abend alle Standbesitzer zusammen, fahren schnell ihre mobilen Geschäftsstände ein, wenn die Polizei (ich bin überzeugt mit Ankündigung) ihren sowas von lächerlichen Abendinspiziergang, äh, ich meine Spaziergang vollzieht.






Nach einer kurzen Wiedereinfindungs- und Organisationsphase (Burmavisum, Tauchkurs buchen etc.) ging es nach Ayutthaya berühmte Tempel anschauen. Nach dem Motto eine Zugfahrt die ist lustig und auch schön billig, nämlich zusammen genau einen Euro für 80 km, war der Verkehrsweg klar. Wenn es geht, vermeiden wir mittlerweile Taxi und TukTuk zu fahren, weil`s erstens teurer ist und zweitens das ewige rumverhandeln etwas anstrengend ist – vor allem weil viele Taxifahrer kein Englisch sprechen und noch nie eine Straßenkarte benutzt haben.

Lieber Bahn (hier Skytrain), als...
...Taxi
....oder Tuktuk
In Ayuthaya, der ehemaligen Hauptstadt Thailands, angekommen, erforschten wir auch gleich den Hauptteil der Tempelanlagen, die für sich genommen wirklich sehr beeindruckend und schön anzusehen sind. Wenn man aber schon mal die unglaublichen Tempelstätten von Angkor Wat in Kambodscha gesehen hat, wird man aber hier nicht mehr umgehauen vor Staunen. Dennoch lohnt ein Tagestrip von Bangkok allemal.














Eines der am häufigsten fotografierten Motive ist hier wohl der berühmte Buddhakopf, der von den Wurzeln eines Baumes umschlungen wurde.




Das Entertainmentprogramm ist in den meisten Tourihochburgen auch nicht weit und besonders in Thailand wird häufig und gerne durch Tiere gelockt. So kann man einen kleinen Marsch an den Tempeln entlang hoch zu Elefant genießen. Ob das jetzt vom WWF hochoffiziell abgesegnet ist, bezweifle ich spätestens beim Anblick der Babyelefanten, die auf Kommando ihre dressierten Showeinlagen zum Besten geben müssen. Da ist vom Popowackel, über Handstand und „Männchen machen“ alles dabei was innerlich schwer an der einen oder anderen Moralvorstellung zerrt, weil`s ja trotzdem genau da kitzelt wo es soll, nämlich am „Oh, ist das süß“-Punkt. Noch schlimmer wird’s, als der kleine süße Dumbo in einer Vorstellungspause dem Möchtegerndompteur entwichen ist und einen dann mit dem Babyrüssel anstupst und umarmt.





Artgerecht?

Wieder zurück in Bangkok bereiten wir uns innerlich auf neuen Besuch vor. Danis Eltern sind im Anflug. Da kann man sich übrigens dran gewöhnen immer mal wieder auf der eigenen Reise besucht zu werden. Vorher hatten wir aber die bislang härteste Zimmerprüfung der Reise zu bewältigen. Ein übles Stinkeschimmelzimmer mit einer Matratze, bei der sich einem die Sprungfedern in den Rücken bohren. Aber wenn der Sandstrandpalmen-Urlaub in Reichweite ist, macht man ja vorher so einiges mit.

Bäähh!
Bangkok Kanaltour
Schwimmender "Markt"









Auf der Ferieninsel Koh Samui lässt es sich außerhalb der Saison dann auch ganz prima leben. Uns war nämlich nicht bewusst, dass an der Ostküste Thailands im November noch Monsunzeit ist. Egal, wir genießen ein paar Tage das süße Nixtun ohne großes Programm. Die Festplatte ist voll, das Erlebte will verarbeitet, gut in Watte gepackt und für zuhause aufgehoben werden.






So verbringen wir, völlig untypisch, 5 Tage nur im Hotel, am Strand und im Restaurant – und lassen es uns richtig gutgehen. Das morgendliche Frühstücksbuffet soll an dieser Stelle extra erwähnt werden - es war mit das Beste, was wir bislang so zwischen die Zähne bekommen haben und wird für lange Zeit die bevorstehende Nudelflatrate in Gedanken versüßen.



In Koh Samui hab ich dann auch ein Thailändisches Krankenhaus zum ersten Mal von innen gesehen. Völlig unspektakulär konnte ich nach dem Baden auf einem Ohr nur noch wenig und dumpf hören. Wie sich rausstellte bzw. die nette thailändische Krankenschwester feststellen musste, befand sich so einiges an Schmodder aus allerlei Ländern da drin. So eine warme Ohrdusche kann ich nur empfehlen und das Ohr-öffnende „Plopp“ erleichterte mich in Hinblick auf unseren bevorstehenden Tauchkurs ungemein.

Auch wenns in Thailand also sehr relaxt läuft - gibt’s doch eine Sache , die in hier wirklich unerträglich ist - die Moskitos. Sie haben für mich wirklich keinerlei Daseinsberechtigung. Außer schlimmen Krankheiten überbringen, übelsten Juckreiz und dolle Entzündungen auslösen, können die nämlich nix. Die Biester saugen mit ihrem riesigen Rüssel an mir, wie an `nem Erdbeermilchshake. Meine Beine sehen aus wie eine Mischung zwischen Streuselkuchen und Beulenpest. Während ich, von den extra in der Apotheke für teures Geld mitgebrachten Insektenpestiziden (extra mit DEET, ganz wichtig für die Tropen) fast meinen Geruchssinn verliere und es wie Hölle in Augen beißt, scheint es den Mistdingern nur geringfügig was auszumachen. Hilft ja nix, Augen zu und durch und auf die Mithilfe der Insektenfressenden Geckos hoffen.


Kommentare:

  1. Was habt ihr für ein tolles Hotel auf Samui mit so super Frühstück? (neugierig bin)
    Bei Moskitos hat bei mir gut geholfen das Mittel aus dem 7/11 mit pinken Stöpsel. Falls das aus der Apotheke nicht wirkt, mal versuchen.

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    1. Das Hotel hieß Mantra Samui und war super! Haben wir uns nach der Bergtour und zu Anjas Geburtstag zum Nebensaisonpreis gegönnt ;-)

      Sind jetzt auf Koh Jum (aka Moskito-Island) und das Nobite wirkt jetzt endlich, besonders gegen die Sandflies. Aber das pinke Zeug haben wir uns jetzt auch zugelegt.

      Liebe Grüße
      Daniel

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